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Das Sachwertverfahren

Das Sachwertverfahren: Was die Substanz einer Immobilie wirklich wert ist

Sachwert: "Was kostet der Wiederaufbau?" (Einfamilienhäuser)

Wenn für ein Haus keine vergleichbaren Verkaufspreise vorliegen oder die Immobilie nicht zur Renditeerzielung (Vermietung) gedacht ist, schlägt die Stunde des Sachwertverfahrens. Es wird primär bei Ein- und Zweifamilienhäusern angewendet, die vom Eigentümer selbst bewohnt werden.

Die Kernfrage: Was würde ein Neubau heute kosten?

Das Prinzip hinter dem Sachwertverfahren ist rein sachlich: Man berechnet, was es kosten würde, das Gebäude am heutigen Tag in gleicher Qualität neu zu errichten, und zieht davon das Alter und die Abnutzung ab. Hinzu kommt der Wert des Grundstücks.

Der Aufbau des Verfahrens

Der Sachwert setzt sich im Wesentlichen aus drei Säulen zusammen:
1. Bodenwert: Der Wert des nackten Grundstücks. Dieser wird meist über die Bodenrichtwerte ermittelt (so, als wäre das Grundstück unbebaut).
2. Baulicher Sachwert (Gebäude): Hier werden die Regelherstellungskosten (NHK) herangezogen. Man berechnet die Kosten pro Quadratmeter Grundfläche abhängig von Baujahr, Ausstattung und Gebäudetyp.
3. Außenanlagen: Garagen, Zäune, Wege oder besondere Gartenanlagen werden separat bewertet und addiert.
Die Alterswertminderung: Der Faktor Zeit

Ein Haus von 1980 ist heute weniger wert als ein identischer Neubau. Daher wird vom Neuwert eine Alterswertminderung abgezogen. Man geht hierbei von einer Gesamtnutzungsdauer (meist 70 bis 80 Jahre) aus. Ist das Haus gut gepflegt oder saniert worden, kann sich die „Restnutzungsdauer“ verlängern, was den Wert wiederum steigert.

Der Marktanpassungsfaktor: Theorie vs. Realität

Die Summe aus Bodenwert und Gebäudesachwert ergibt den vorläufigen Sachwert. Dieser entspricht jedoch selten dem Preis, der am Markt tatsächlich erzielt wird. Je nach Region und Nachfrage wird dieser Wert mit einem Marktanpassungsfaktor (auch Sachwertfaktor genannt) multipliziert.
• In begehrten Lagen (z. B. München) liegt der Faktor oft weit über 1,0.
• In strukturschwachen Regionen kann er deutlich unter 1,0 liegen.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile

Substanzorientiert: Bildet den realen Wert der Baumaterialien und des Grundstücks ab. 
Objektiv: Weniger anfällig für kurzfristige Marktschwankungen als das Vergleichswertverfahren. 
Ideal für Selbstnutzer: Fokus auf dem Nutzwert der eigenen vier Wände. 

Nachteile

Komplexität: Die Berechnung der Herstellungskosten ist aufwendig.
Ungeeignet für Renditeobjekte: Die Ertragskraft (Miete) spielt hier keine Rolle.
Marktferne: Ohne den richtigen Anpassungsfaktor bildet der reine Sachwert nicht den Verkaufspreis ab.

Fazit

Das Sachwertverfahren ist unverzichtbar für die Bewertung von Einfamilienhäusern und Luxusimmobilien, für die es kaum Vergleichsobjekte gibt. Es bietet eine solide, mathematische Basis, die vor allem bei Versicherungen und Banken (Beleihungswert) eine zentrale Rolle spielt. Es beantwortet die fundamentale Frage: „Was steckt an Wert in diesem Objekt?“

 
 
 
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